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Vitamin D: Studien, Wirkung und wissenschaftliche Evidenz

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Einleitung

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und zugleich ein hormonähnlicher Mikronährstoff, der eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielt. Im Gegensatz zu vielen anderen Vitaminen kann Vitamin D vom Körper selbst gebildet werden, wenn die Haut unter Einfluss von UV-B-Strahlung Sonnenlicht ausgesetzt ist. Zusätzlich wird Vitamin D über bestimmte Lebensmittel aufgenommen.

Biologisch aktiv wird Vitamin D erst nach mehreren Umwandlungsschritten im Körper. Dabei entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, von denen insbesondere Calcitriol als aktive Hormonform gilt. Diese wirkt in zahlreichen Geweben und beeinflusst unter anderem den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, der für die Knochengesundheit zentral ist.

Neben seiner Rolle im Knochenstoffwechsel wird Vitamin D auch im Zusammenhang mit vielen weiteren physiologischen Prozessen untersucht. Dazu gehören Funktionen des Immunsystems, metabolische Prozesse sowie mögliche Zusammenhänge mit Muskel- und Zellfunktionen. Aufgrund dieser vielfältigen Wirkungen gehört Vitamin D zu den am intensivsten untersuchten Mikronährstoffen in der Ernährungs- und Gesundheitsforschung.

Inhaltsverzeichnis

Wirkmechanismus und Funktionen

Vitamin D wirkt im Körper über spezifische Rezeptoren und beeinflusst zahlreiche biologische Prozesse. Zu den wichtigsten bekannten Funktionen gehören:

  • Regulation des Calcium- und Phosphatstoffwechsels im Zusammenspiel mit Calcium
  • Unterstützung der Knochenmineralisierung und des Knochenstoffwechsels
  • Aktivierung des Vitamin-D-Rezeptors (VDR) in vielen verschiedenen Geweben
  • Beteiligung an Signalwegen des Immunsystems
  • Einfluss auf Muskelzellen und neuromuskuläre Funktionen
  • Regulation verschiedener Gene, die an Zellwachstum und Zellfunktion beteiligt sind
  • Interaktion mit anderen Mikronährstoffen wie Magnesium

Der Vitamin-D-Rezeptor kommt in zahlreichen Zelltypen vor, darunter Immunzellen, Muskelzellen und Knochenzellen. Durch diese breite Verteilung kann Vitamin D unterschiedliche physiologische Prozesse beeinflussen.

Studienlage und Forschung

Die wissenschaftliche Literatur zu Vitamin D ist sehr umfangreich. Sie umfasst Beobachtungsstudien, randomisierte kontrollierte Studien, systematische Reviews sowie Meta-Analysen. Diese Studien untersuchen sowohl den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Status und verschiedenen Gesundheitsparametern als auch die Effekte einer zusätzlichen Zufuhr in kontrollierten Studien.

Ein großer Teil der Forschung beschäftigt sich mit der Rolle von Vitamin D im Knochenstoffwechsel. Hier wird untersucht, wie Vitamin D mit Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium zusammenwirkt, um strukturelle Prozesse im Skelettsystem zu unterstützen.

Darüber hinaus analysieren Studien mögliche Zusammenhänge mit Immunfunktionen, Entzündungsprozessen sowie metabolischen Markern. Auch die Rolle von Vitamin D in Bezug auf Muskelkraft, Zellbiologie und verschiedene chronische Erkrankungen wird wissenschaftlich untersucht.

Da Vitamin D sowohl über Sonnenexposition als auch über Ernährung aufgenommen werden kann, berücksichtigen viele Studien zusätzlich Faktoren wie geografische Lage, Jahreszeit oder Lebensstil, die den Vitamin-D-Status beeinflussen können.

Im folgenden Abschnitt werden aktuelle Studien aus der medizinischen Datenbank PubMed dargestellt.

Vitamin D Studien

Vitamin D Forschung und Studien

Knochengesundheit

2016/05/20 – 2026/05/20
Die Zusammenfassungen basieren auf Abstracts bzw. (falls nicht vorhanden) Titel/Metadaten. Auf der Seite selbst wird kein Abstract-Text angezeigt. Keine medizinische Beratung.
Evidenz: Mittel (RCT)PMID: 41139405Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 83/100
J Appl Toxicol · 2026 May
Tang H, Chen J, Fan X
Evidenz-Score: 83/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
In einer randomisierten Studie mit 80 postmenopausalen Frauen mit Osteoporose wurden die Effekte von Denosumab und Zoledronsäure über ein Jahr verglichen. Gemessen wurden Sexualhormonspiegel, Knochendichte an Lendenwirbelsäule, Hüfte und Oberschenkelhals, Knochenstoffwechselmarker (25(OH)D, P1NP, β-CTX) sowie Nebenwirkungen. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei den Sexualhormonen zwischen den Gruppen. Nach 6 und 12 Monaten zeigte die Denosumab-Gruppe eine signifikant höhere Knochendichte und 25(OH)D-Spiegel sowie niedrigere Knochenabbau- und -aufbaustoffwechselmarker als die Zoledronsäure-Gruppe. Zudem traten bei Denosumab weniger Nebenwirkungen auf.
Einschränkungen: Die Studie umfasst nur 80 Teilnehmerinnen, was die Generalisierbarkeit einschränken kann. Die Beobachtungsdauer betrug ein Jahr, Langzeiteffekte sind nicht erfasst. Details zu Randomisierung und Verblindung sind nicht angegeben. Die Ergebnisse basieren auf einem einzigen Studienzentrum, was Bias nicht ausschließt.
Evidenz: Mittel (RCT)PMID: 41183496Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,75Score: 81/100
J Clin Endocrinol Metab · 2026 Apr 22
Prasad TN, Pal R, Bhadada SK, Ram S, Singla V, Pulami S
Evidenz-Score: 81/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
In einer 72-wöchigen, randomisierten, offenen Pilotstudie mit verblindeter Endpunktbewertung wurden 129 postmenopausale Frauen mit Typ-2-Diabetes und hohem Frakturrisiko untersucht. Die Teilnehmerinnen erhielten entweder Zoledronat, Denosumab, Teriparatid oder Standardversorgung (Kalzium/Cholecalciferol). Der primäre Endpunkt war eine 24-wöchige Zwischenanalyse der Veränderungen der Knochenmikroarchitektur mittels hochauflösender peripherer quantitativer Computertomographie (HR-pQCT) am distalen Tibia und Radius. Zusätzlich wurden Knochenumsatzmarker gemessen. Die Ausgangswerte waren zwischen den Gruppen vergleichbar. Die Ergebnisse zeigten unterschiedliche Effekte der Medikamente auf die Knochenmikroarchitektur bei Frauen mit Typ-2-Diabetes.
Einschränkungen: Die Studie ist eine Pilotstudie mit relativ kleiner Stichprobe und kurzer Zwischenbeobachtungszeit von 24 Wochen. Die offene Studiendesign kann zu Bias führen, auch wenn die Endpunktbewertung verblindet war. Die Ergebnisse sind vorläufig und explorativ, weitere Langzeitdaten sind notwendig, um klinische Relevanz zu bestätigen.
Evidenz: Mittel (RCT)PMID: 41579420Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 83/100
Maturitas · 2026 Mar
Hunegnaw MT, Mesinovic J, Jansons P, George ES, De Ross B, Kiss N et al.
Evidenz-Score: 83/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
Diese Sekundäranalyse einer 12-monatigen randomisierten kontrollierten Machbarkeitsstudie untersuchte die Wirkung eines digitalen Sprachassistenten-gestützten Selbstmanagementprogramms auf Ernährungsverhalten bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose. 50 Teilnehmerinnen wurden randomisiert in eine Interventionsgruppe (N=25), die über 6 Monate Videos zu Milchprodukten, Protein, Calcium und Vitamin D über einen Sprachassistenten erhielt, und eine Kontrollgruppe (N=25), die sechs E-Mails mit Weblinks zu Osteoporose-Informationen bekam, eingeteilt. Die Ernährung wurde mittels dreitägiger Ernährungsprotokolle zu Studienbeginn, nach 6 und 12 Monaten erfasst. Die Teilnehmerinnen hatten ein Durchschnittsalter von 64,3 Jahren und nutzten ca. 80% der Videos. Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen bei Protein- oder Calciumaufnahme innerhalb oder zwischen den Gruppen. Allerdings stiegen die täglichen Portionen von fettarmer Milch und Eiern in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrolle signifikant von Baseline bis 12 Monate (p=0,02).
Einschränkungen: Die Studie ist eine Machbarkeitsstudie mit kleiner Stichprobengröße (N=50) und fokussiert auf eine spezifische Population (postmenopausale Frauen mit Osteoporose). Die sekundäre Analyse und die begrenzte Dauer der Intervention sowie die Selbstberichtsmethode der Ernährungserfassung können die Generalisierbarkeit und Aussagekraft der Ergebnisse einschränken.

Immunsystem

2016/05/20 – 2026/05/20
Die Zusammenfassungen basieren auf Abstracts bzw. (falls nicht vorhanden) Titel/Metadaten. Auf der Seite selbst wird kein Abstract-Text angezeigt. Keine medizinische Beratung.
Filter: Evidenz ≥ RCT + alle Signale · KI: Abstract/Titel
Abstract & KI
Evidenz: Mittel (RCT)PMID: 41865803Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 83/100
J Steroid Biochem Mol Biol · 2026 Jun
Mead MJ, Woollen ST, Gregoski MJ, Ebeling M, Shary JR, Furst A et al.
Evidenz-Score: 83/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
In dieser post-hoc Analyse von zwei klinischen Studien (NICHD Vitamin D Lactation RCT und Lactation Immune Trial Pilot, n=88) wurde untersucht, ob der Vitamin D-Status stillender Mütter mit der Zusammensetzung von Humanmilch-Oligosacchariden (HMOs) zusammenhängt und ob dieser Zusammenhang vom mütterlichen Secretor-Phänotyp abhängt. Serum 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) und 19 HMO-Konzentrationen wurden 1 und 4 Monate postpartum gemessen. Die Kohorte umfasste 41% weiße, 7% schwarze und 52% hispanische Frauen. Schwarze und hispanische Mütter hatten niedrigere 25(OH)D-Spiegel als weiße Mütter. Bei Secretor-Müttern war ein höherer 25(OH)D-Spiegel signifikant mit erhöhten fucosylierten und komplexen HMOs assoziiert, insbesondere zu 1 Monat postpartum, mit anhaltender Assoziation für einige HMOs auch zu 4 Monaten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Vitamin D den HMO-Gehalt in der Muttermilch beeinflussen könnte, was potenzielle Auswirkungen auf die Entwicklung des Säuglings haben kann.
Einschränkungen: Die Analyse ist post-hoc und basiert auf einer relativ kleinen Stichprobe (n=88). Die Kausalität kann nicht gesichert werden. Die Ergebnisse sind auf die untersuchte Population beschränkt und es wurden nur Assoziationen, keine Interventionseffekte, untersucht.
Filter: Evidenz ≥ RCT + alle Signale · KI: Abstract/Titel
Abstract & KI
Evidenz: Hoch (Meta/SR)PMID: 41665043Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 98/100
Curr Opin Clin Nutr Metab Care · 2026 May 1
Mimouni FB, Agam A, Arad I, Mendlovic J
Evidenz-Score: 98/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
Diese systematische Übersichtsarbeit bewertet aktuelle Evidenz zur Vitamin-D-Supplementierung im Säuglingsalter. Die Analyse umfasst randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen, die zeigen, dass eine tägliche Gabe von 400 IU Vitamin D bei den meisten gesunden, termingeborenen Säuglingen ausreicht, um adäquate 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel zu erhalten. Höhere Dosierungen (600-1200 IU) könnten für Risikogruppen mit erhöhtem Mangelrisiko, wie Säuglinge mit geringer Sonnenexposition, dunkler Hautfarbe oder in nördlichen Breitengraden, notwendig sein. Hinweise auf zusätzliche nicht-skelettale Vorteile, beispielsweise Immunmodulation oder Atemwegsschutz, sind derzeit nicht schlüssig. Methodische Unterschiede und variable Ausgangswerte erschweren den Vergleich der Studien. Die Evidenz unterstützt eine universelle Vitamin-D-Gabe im Säuglingsalter zur Vermeidung von Mangel und Sicherung der Knochengesundheit. Die Wirksamkeit höherer Dosierungen oder einer Supplementierung über das Säuglingsalter hinaus bleibt unklar. Zukünftige Studien sollten Dosis-Wirkungs-Beziehungen, Langzeitsicherheit und mögliche systemische Effekte untersuchen und populationsspezifische Risikofaktoren in Leitlinien integrieren.
Einschränkungen: Die Ergebnisse basieren auf heterogenen Studien mit unterschiedlichen Methoden, Ausgangswerten und Adhärenzraten, was direkte Vergleiche erschwert. Zudem sind die Belege für nicht-skelettale Effekte unzureichend und inkonsistent. Die optimale Dosierung für Risikogruppen und Langzeiteffekte sind noch nicht abschließend geklärt.
Evidenz: Mittel (RCT)PMID: 42123931Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 83/100
Nutrients · 2026 Apr 23
Maragno P, Amoroso C, Conforti S, Michelon M, Honcharyuk I, Ciafardini C et al.
Evidenz-Score: 83/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie untersuchte bei 36 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa (UC) die Wirkung einer Zusatztherapie mit Lactobacillus rhamnosus GG kombiniert mit Vitamin D3 (Dicoflor IBD Immuno) neben optimierter Mesalazin-Therapie über 4 Wochen. Die multidimensionale Bewertung umfasste klinische Aktivität, gesundheitsbezogene Lebensqualität, fäkales Calprotectin, periphere Immunzellpopulationen und Darmmikrobiota. Beide Gruppen zeigten signifikante Verbesserungen in klinischer Aktivität und Lebensqualität ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Ein höherer Anteil der mit LGG+VitD3 behandelten Patienten erreichte klinische Remission, begleitet von immunologischen und mikrobiellen Veränderungen, die auf eine potenzielle immunmodulatorische Wirkung hinweisen.
Einschränkungen: Die Studie ist eine kleine Pilotstudie mit kurzer Behandlungsdauer (4 Wochen) und begrenzter Patientenzahl (n=36), was die Generalisierbarkeit und Aussagekraft einschränkt. Die Ergebnisse basieren auf einem multidimensionalen Ansatz, jedoch sind Langzeiteffekte und klinische Relevanz weiterer Untersuchungen bedürftig.

Muskel & Kraft

2016/05/20 – 2026/05/20
Die Zusammenfassungen basieren auf Abstracts bzw. (falls nicht vorhanden) Titel/Metadaten. Auf der Seite selbst wird kein Abstract-Text angezeigt. Keine medizinische Beratung.
Evidenz: Hoch (Meta/SR)PMID: 41796642Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 98/100
Complement Ther Med · 2026 Jun
Li S, Li J, Ren K, Yang X, Yu X, Zhao Q et al.
Evidenz-Score: 98/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
Diese systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse untersuchte die Wirksamkeit verschiedener entzündungshemmender Diäten und Supplemente bei älteren Patienten mit Sarkopenie. Es wurden 42 randomisierte kontrollierte Studien aus 11 chinesischen und englischen Datenbanken eingeschlossen. Primäre Endpunkte waren Handgriffstärke, Gehgeschwindigkeit, der Fünfmal-Aufsteh-Test (FTSST) und der appendikuläre Skelettmuskelmassenindex (ASMI). Sekundäre Endpunkte umfassten den Short Physical Performance Battery (SPPB)-Score, fettfreie Masse (FFM) sowie Laborparameter wie Triglyzeride, HDL, LDL und C-reaktives Protein. Die Analyse umfasste sowohl paarweise als auch Netzwerk-Metaanalysen, um die Effekte verschiedener Interventionen zu vergleichen. Die Ergebnisse liefern evidenzbasierte Hinweise zur Anwendung entzündungshemmender Ernährungsinterventionen bei Sarkopenie.
Einschränkungen: Die Analyse basiert auf Studien mit unterschiedlichen Interventionen und möglicherweise heterogenen Patientengruppen. Details zu Studiendesigns, Dauer der Interventionen und Qualität der eingeschlossenen Studien sind im Abstract nicht vollständig dargestellt, was die Interpretation der Ergebnisse einschränken kann.
Evidenz: Hoch (Meta/SR)PMID: 41248260Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 98/100
Am J Phys Med Rehabil · 2026 May 1
Lin H, Ke Y, Mobin M, Ul Ain HQ, Jawed I, Imam W et al.
Evidenz-Score: 98/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
Diese systematische Übersichtsarbeit analysierte 17 Studien (11 randomisierte kontrollierte Studien und 6 Beobachtungsstudien) zu den Effekten von Vitamin-D-Supplementierung und Widerstandstraining auf Serumspiegel des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1) sowie Muskelkraft und körperliche Funktion. Die Population umfasste Kinder, Erwachsene, ältere Menschen und Patienten mit metabolischen oder hormonellen Störungen. Die Ergebnisse zeigten, dass Widerstandstraining bei älteren Frauen die Muskelexpression von IGF-1 um 20-30 % erhöhte (p < 0,01) und die Kombination aus Training und Vitamin D die Muskel-IGF-1-Spiegel und funktionelle Kapazität um 22 % steigerte (p = 0,01). Zudem bestand eine positive Korrelation zwischen Serum-25(OH)D und IGF-1-Spiegeln, während Hinweise auf eine moderate Reduktion der IGF-bindenden Proteine vorliegen.
Einschränkungen: Die Evidenzbasis umfasst heterogene Studienpopulationen und Studiendesigns, was die Generalisierbarkeit einschränken kann. Die Datenlage zu den Effekten auf IGF-bindende Proteine ist begrenzt und teilweise inkonsistent. Zudem sind die Langzeiteffekte und klinischen Relevanz der Veränderungen unklar.
Evidenz: Mittel (RCT)PMID: 41805014Signal: positiv (sig.)Konf.: 0,85Score: 83/100
J Med Food · 2026 Apr
Lim HS, Jung DH, Kim HY, Lee JW, Kim YS, Shin H
Evidenz-Score: 83/100 Studientyp + Signal + Konfidenz (Textbasis)
In einer 10-wöchigen, randomisierten, verblindeten Studie mit 45 älteren koreanischen Erwachsenen (≥65 Jahre) wurde die Wirkung eines mit Milchsäurebakterien fermentierten Molkenprotein-Supplements (LAB-FWP) auf körperliche Funktion und Ernährungsmarker untersucht. Die Interventionsgruppe (n=22) erhielt täglich 38 g LAB-FWP, die Kontrollgruppe (n=23) ein Placebo. Die Interventionsgruppe zeigte signifikante Verbesserungen in der körperlichen Leistungsfähigkeit (erhöhte eSPPB-Werte und Handgriffstärke) sowie in Ernährungsparametern (Vitamin D, Calcium, Magnesium). Zudem stieg der Skelettmuskelmassenindex signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass LAB-FWP die Progression von Gebrechlichkeit und Sarkopenie bei älteren Erwachsenen verlangsamen kann.
Einschränkungen: Die Studie umfasste eine relativ kleine Stichprobe (n=45) und eine kurze Interventionsdauer (10 Wochen). Die Population beschränkte sich auf ältere koreanische Erwachsene, was die Übertragbarkeit auf andere ethnische Gruppen oder Alterskohorten einschränken könnte. Zudem sind Langzeiteffekte und klinische Endpunkte wie Sturzrate oder Hospitalisierung nicht untersucht.

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Einordnung der wissenschaftlichen Evidenz

Die Studienlage zu Vitamin D ist breit und umfasst viele unterschiedliche Forschungsbereiche. Besonders gut untersucht ist die Rolle von Vitamin D im Knochenstoffwechsel, da der Zusammenhang mit Calciumaufnahme und Knochenmineralisierung seit Jahrzehnten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist.

Darüber hinaus analysieren zahlreiche Studien mögliche Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Status und verschiedenen physiologischen Prozessen, darunter Immunfunktion, metabolische Marker und Muskelphysiologie. Beobachtungsstudien zeigen häufig statistische Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Spiegeln und bestimmten Gesundheitsparametern.

Randomisierte kontrollierte Studien liefern dagegen teilweise heterogene Ergebnisse, insbesondere wenn unterschiedliche Populationen, Ausgangswerte oder Studiendesigns berücksichtigt werden. Systematische Reviews und Meta-Analysen versuchen, diese Ergebnisse zusammenzufassen und Unterschiede zwischen Studien zu bewerten.

Ein weiterer Forschungsaspekt betrifft die Interaktion von Vitamin D mit anderen Nährstoffen. Besonders häufig wird Vitamin D im Zusammenhang mit Calcium und Magnesium untersucht, da diese Nährstoffe gemeinsam wichtige Funktionen im Knochen- und Mineralstoffwechsel erfüllen.

Natürliche Quellen und Laborwerte

Vitamin D kann sowohl durch körpereigene Synthese in der Haut als auch über bestimmte Lebensmittel aufgenommen werden. Die körpereigene Produktion wird durch UV-B-Strahlung aus Sonnenlicht angeregt.

Nahrungsquellen für Vitamin D sind vergleichsweise begrenzt. Zu den wichtigsten natürlichen Quellen gehören:

  • Fettreiche Fische wie Lachs, Hering oder Makrele
  • Leber und bestimmte tierische Produkte
  • Eier, insbesondere Eigelb
  • Pilze, die natürlicherweise Vitamin D enthalten können
  • angereicherte Lebensmittel in einigen Ländern

In wissenschaftlichen Studien wird Vitamin D häufig in Form standardisierter Supplemente untersucht, um kontrollierte Bedingungen zu schaffen. Gleichzeitig spielt die individuelle Sonnenexposition eine wichtige Rolle für den Vitamin-D-Status.

Der Vitamin-D-Status wird in der Regel über die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) im Blut bestimmt. Dieser Marker gilt als etablierter Laborparameter, um die Vitamin-D-Versorgung im Körper wissenschaftlich zu beurteilen.

Key Takeaways

  • Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin mit hormonähnlicher Wirkung im menschlichen Körper.
  • Besonders gut untersucht ist seine Rolle im Calciumstoffwechsel und in der Knochengesundheit.
  • Weitere Forschungsbereiche betreffen Immunsystem, Muskelphysiologie und metabolische Prozesse.
  • Der Vitamin-D-Status wird wissenschaftlich meist über den Blutmarker 25-Hydroxyvitamin D bestimmt.
  • Vitamin D kann sowohl durch Sonnenlicht als auch über bestimmte Lebensmittel aufgenommen werden.

FAQ

Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin mit hormonähnlichen Eigenschaften. Es wird teilweise über Sonnenlicht in der Haut gebildet und spielt eine wichtige Rolle im Calciumstoffwechsel und im Knochenstoffwechsel.

Welche Funktionen hat Vitamin D im Körper?

Vitamin D reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und unterstützt Prozesse im Knochenstoffwechsel. Außerdem wird es in der Forschung mit verschiedenen Funktionen im Immunsystem, in Muskelzellen und in der Zellbiologie in Verbindung gebracht.

Wird Vitamin D wissenschaftlich untersucht?

Ja. Vitamin D gehört zu den am intensivsten untersuchten Mikronährstoffen weltweit. Studien analysieren unter anderem Zusammenhänge mit Knochenstoffwechsel, Immunsystem, metabolischen Prozessen und verschiedenen Biomarkern.

In welchen Lebensmitteln kommt Vitamin D vor?

Vitamin D kommt natürlicherweise vor allem in fettreichen Fischen, Eiern und einigen Pilzen vor. Zusätzlich kann der Körper Vitamin D selbst bilden, wenn die Haut ausreichend Sonnenlicht ausgesetzt ist.

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