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Bildung. Sport. Zukunft. – Ein Zukunftsplan für ganz Hemsbach | Version 4.6
Ein Zukunftsplan für ganz Hemsbach · Version 4.6 · Stand 13.09.2026

BILDUNG. SPORT. ZUKUNFT.

Ein Gesamtkonzept für Hemsbach.

Der Zukunftsplan bündelt mögliche Prüfwege für die Zeit nach einem JA beim Bürgerentscheid. Er ist weder ein Beschluss noch eine abgestimmte Planung einer Partei oder Wählervereinigung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schulen, Sport, Verkehr, Altlasten und städtische Flächen gemeinsam und mit vergleichbarer Prüftiefe bewertet werden können.

Erst vollständig prüfen. Dann entscheiden. Schulen · Sportstätten · Verkehr · Altlasten · Stadtentwicklung
Worum es hier geht

Nach einem JA bleiben mehrere Entwicklungswege offen. Entscheidend ist, sie mit denselben Kriterien zu untersuchen und Schulen, Sport, Altlasten, Verkehr und Stadtentwicklung nicht isoliert voneinander zu betrachten.

Der Beitrag versteht sich als Diskussions- und Prüfraster. Er ersetzt keine technische, finanzielle oder politische Entscheidung.

Was würde ein JA zunächst bedeuten?

Einordnung: Ein JA ist kein Bau- oder Sanierungsbeschluss. Es bindet die Hemsbacher Vertreter an die Abstimmungsfrage; die konkrete bauliche Lösung müsste anschließend neu bewertet und beschlossen werden.
offizielle Folge

CERS erhalten

Die eigenständige Carl-Engler-Realschule soll erhalten bleiben; die Schillerschulvariante wird von Hemsbach nicht unterstützt.

wichtig

Noch kein Bauplan

Ein JA ist weder automatisch ein Campus-Beschluss noch automatisch eine BIZ-Sanierungsentscheidung.

danach

Alternativen vergleichen

Kosten, Förderung, Verkehr, Sport, Baukörper, Altlasten, Flächen und Folgekosten sollten für alle realistischen Wege vergleichbar geprüft werden.

Fairer Hinweis: Bei einem NEIN soll laut Schulverband die Schillerschulvariante zügig weitergeplant werden; zugleich soll die regionale Schulentwicklung mit dem Ziel beantragt werden, die eigenständige Realschule in Hemsbach auslaufen zu lassen.
Zentrale Planungsfrage: Die Schülerprognose 2025 kommt für den Fall, dass alle drei Schulformen weitergeführt werden, zu dem Ergebnis, dass ein Schulzentrum ab 2024/25 neunzügig ausgelegt sein müsste. Die Machbarkeitsstudie für den Standort Schillerschule untersucht dagegen ein siebenzügiges Modell mit zwei Schularten; acht oder neun Züge seien dort nicht realisierbar. Deshalb sollte transparent geprüft werden, ob die künftige Schulstruktur allein dem Bedarf folgt oder auch durch die räumlichen Grenzen des gewählten Standorts bestimmt wird.

Nicht nur zwei Schulen betrachten – sondern ganz Hemsbach

Die Schulentscheidung berührt mehrere große Flächen und Gebäude der Stadt. Deshalb sollte ein Zukunftsplan diese Bereiche zusammen betrachten, statt jedes Projekt einzeln zu lösen.

BIZ / Gymnasium / Realschule
Sanieren, neu ordnen oder als zentralen Bildungsstandort weiterentwickeln.
Schillerschule
Sanierung und Modernisierung prüfen – oder bei einem Campus langfristig anders nutzen.
Sportgelände / BIZ-Sport
Sportplätze, Hallenbedarf, Schul- und Vereinssport gemeinsam planen.
Hans-Michel-Halle
Erhalten, ersetzen oder Fläche neu entwickeln – erst nach einer aktuellen Bedarfsprüfung.
Altlasten / Deponiehügel
Sicherung und Monitoring, Teilräumung sowie vollständige Dekontamination fachlich miteinander vergleichen.
Verkehr

Die heutige Hol- und Bringsituation an der Schillerschule erfordert bereits eine Schulstraße. Künftige Schülerzahlen, Bus, Rad, Parken und Quartiersbelastung gehören deshalb in denselben Vergleich.

Stadtflächen

Wenn an einem Standort Flächen frei werden, müssen Nutzung, Verkaufserlös und Folgekosten gemeinsam bewertet werden.

30+ Jahre

Nicht nur Baukosten vergleichen, sondern Betrieb, Instandhaltung, Energie und spätere Anpassbarkeit.

Verkehr: Schon der heutige Zustand braucht eine Schulstraße

Die Verkehrssituation an der Schillerschule ist keine theoretische Zukunftsfrage. In einem Informationsschreiben vom 11.09.2026 begründet die Stadt die Einrichtung einer Schulstraße ausdrücklich mit Rückmeldungen zur bisherigen Hol- und Bringsituation und bezeichnet diese als „ungeordnete Verkehrssituation“.

heutiger Zustand

Bestehender Handlungsbedarf

Die Stadt reagiert bereits vor einem möglichen Ausbau des Schulstandorts auf Probleme während der Hol- und Bringzeiten. Nach dem Schreiben wurde die Maßnahme mit Schulen, Anwohnern, Jugendgemeinderat, Schulwegberatung, Verkehrspolizei und Straßenbaulastträger abgestimmt.

ab Schuljahr 2026/27

Schulstraße in der Friedrich-Ebert-Straße

An Schultagen gilt die Regelung von 07:30–08:00 Uhr und 13:00–13:30 Uhr. In diesen Zeitfenstern ist die Einfahrt in die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Beethovenstraße und Silcherweg nur noch in Fahrtrichtung Nord – also in Richtung Schulen – gestattet.

für den Neubau

Zusätzliche Belastung quantifizieren

Für ein größeres Schulzentrum müssen Schülerverkehr, Elternverkehr, Busse, Fahrräder, Stellplätze, Querungen und die Belastung der umliegenden Straßen auf Basis der künftigen Schülerzahlen belastbar untersucht werden.

Wichtig: Die neue Schulstraße ist eine konkrete Maßnahme für die heutige Situation. Sie ist noch kein umfassendes Verkehrskonzept für ein deutlich größeres Schulzentrum. Eine belastbare Gesamtprognose für die zusätzliche Verkehrsbelastung sollte deshalb Bestandteil jeder Standortentscheidung sein.
Wenn die heutige Hol- und Bringsituation bereits als „ungeordnet“ bewertet wird, muss vor einer weiteren Verdichtung des Standorts nachvollziehbar gezeigt werden, wie zusätzlicher Verkehr sicher und verträglich bewältigt werden kann.

Drei Möglichkeiten, die nach einem JA geprüft werden könnten

Keiner dieser Wege ist heute automatisch die beste Lösung. Entscheidend ist, dass realistische Varianten mit denselben Kriterien, demselben Preisstand und derselben Prüftiefe untersucht werden.

1
Möglichkeit

Gesamtcampus

Alles gemeinsam neu denken: Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule zusammen mit Sporthallen und Sportflächen möglichst an einem Standort bündeln.

3 Schulen+ Sport+ Verkehr
2
Möglichkeit

Bestand sanieren

Vorhandenes erhalten: BIZ und Schillerschule grundsätzlich weiter nutzen und modernisieren. Die Sportinfrastruktur wird separat neu geordnet.

BIZ sanieren+ Schiller sanieren
3
Möglichkeit

Sanieren + Neubau

Beides verbinden: Schillerschule sanieren. Gymnasium und Realschule auf dem BIZ-Sportplatz neu bauen. Danach das alte BIZ-Areal neu ordnen.

Schiller sanieren+ Gymi + RS neu

Bei allen drei Möglichkeiten gemeinsam prüfen

Sport
Hallen, Sportplätze, Vereine und Schulen
Hans-Michel-Halle
Erhalt, Ersatz oder neue Nutzung der Fläche
Altlasten
Sicherung/Monitoring, Teilräumung, Dekontamination und Förderung
Verkehr & Flächen
Schulwege, Grundstücke, Nachnutzung und Folgekosten
Ziel ist keine vorweggenommene Lösung, sondern ein vollständiger Variantenvergleich, bevor eine Entscheidung für mehrere Jahrzehnte fällt.

Weg 1: Bildung und Sport in einem Gesamtcampus denken

Entscheidend ist nicht ein fertiger Gebäudeentwurf, sondern die Frage, ob eine langfristig kompakte Lösung technisch, förderrechtlich, verkehrlich und finanziell möglich ist.

WEG 1 · GESAMTCAMPUS – SCHEMA Keine Bauplanung – zeigt nur die Prüfidee. Bildung Gymnasium Realschule Gemeinschaftsschule Sport Hallen Sportplatz Vereinsnutzung Stadt Verkehr Freiwerdende Flächen Langfristige Entwicklung Ein Standortkonzept statt mehrerer Einzelentscheidungen
1

Bedarf festlegen

Wie viele Züge und Flächen werden für alle drei Schularten wirklich benötigt?

2

Standort prüfen

Passt ein kompakter Campus räumlich und technisch auf das BIZ-/Sportareal?

3

Sport integrieren

Hallen und Sportflächen so planen, dass Schule und Vereine profitieren.

4

Gesamtbilanz

Baukosten, Förderung, Abriss, Grundstücke und 30-jährige Folgekosten vergleichen.

Weg 2: BIZ und Schillerschule sanieren – Sport neu ordnen

Eine Sanierungslösung bedeutet nicht, dass alles bleiben muss wie heute. Die bestehenden Schulstandorte könnten erhalten und gleichzeitig Sportinfrastruktur, Verkehr und städtische Flächen neu geordnet werden.

1 · BIZ sanierenGymnasium und Carl-Engler-Realschule im Bestand technisch und funktional modernisieren.
→
2 · Schillerschule sanierenGemeinschaftsschule am heutigen Standort modernisieren und bedarfsgerecht weiterentwickeln.
→
3 · Sport neu ordnenHallen- und Sportflächenbedarf separat untersuchen und zukunftsfähig lösen.
mögliche Ergänzung

Neue Halle am Sportgelände prüfen

Eine moderne Sporthalle am bestehenden Sportgelände könnte als Option geprüft werden. Dadurch könnten Schul- und Vereinssport stärker gebündelt werden, ohne die Schulen selbst neu bauen zu müssen.

mögliche Folge

Hans-Michel-Areal neu entwickeln

Wenn die Funktionen der Hans-Michel-Halle an anderer Stelle vollständig ersetzt werden können, könnte das heutige Grundstück später anderweitig genutzt oder veräußert werden. Ein Erlös darf erst nach einer konkreten Grundstücks- und Kostenprüfung angesetzt werden.

Planungslogik: Schulen erhalten und sanieren – Sport, Verkehr und Stadtflächen trotzdem neu ordnen. Eine Sanierung wäre damit nicht bloß ein „Weiter so“, sondern Teil eines größeren Stadtentwicklungskonzepts.
nur Orientierung

Überschlägige private Sanierungsüberlegungen

In vorliegenden privaten Überlegungen wurden für eine kleinere Modernisierung des BIZ weniger als rund 25,3 Mio. € und für eine größere Kombinationslösung rund 52,4 Mio. € genannt.

Diese Zahlen sind keine amtlichen Kostenberechnungen und keine belastbare Sanierungsstudie. Sie begründen lediglich, warum eine Sanierungsvariante fachlich und finanziell auf aktuellem Preisstand untersucht werden sollte.

Weg 3: Schillerschule sanieren – Gymnasium und Realschule neu bauen

Diese Möglichkeit verbindet Sanierung und Neubau: Die Gemeinschaftsschule bleibt an der Schillerschule und wird dort modernisiert. Gymnasium und Carl-Engler-Realschule erhalten einen Neubau auf dem heutigen BIZ-Sportplatz.

Schillerschule

Gemeinschaftsschule bleibt

Sanierung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung am heutigen Standort.

BIZ-Sportplatz

Gymnasium + Realschule neu

Neubau beider Schularten auf dem heutigen Sportplatz – entsprechend der offiziellen Sportplatz-/BIZ-Grundidee.

danach

Altes BIZ neu ordnen

Nach dem Umzug könnten Rückbau, Altlastenstrategie und die spätere Nutzung des freiwerdenden Areals gemeinsam geplant werden.

Auch diese Möglichkeit ist heute nicht vollständig durchgerechnet. Es fehlen unter anderem belastbare Neubaukosten nur für Gymnasium und Realschule, die genaue Förderung, eine Interimslösung für den Sport, Rückbaukosten des alten BIZ sowie Kosten und Machbarkeit der jeweils gewählten Altlastenstrategie.

Hans-Michel-Halle und Sportgelände sind ein eigener Schlüssel

Die Sportfrage darf bei keiner Variante offen bleiben. Historisch wurde bereits untersucht, ob Sportfunktionen aus der Hans-Michel-Halle ins BIZ verlagert werden können. Heute braucht es dafür eine aktuelle Bedarfs- und Kostenprüfung.

historischer Ansatz

Handball im BIZ

Frühere Sportentwicklungsplanungen haben eine Verlagerung des Handballs ins BIZ grundsätzlich betrachtet. Das ist kein heutiger Beschluss, aber ein relevanter Ausgangspunkt.

heute prüfen

Bedarf der HMH

Schul- und Vereinssport, Veranstaltungen und sonstige Nutzungen müssen aktuell erhoben werden. Erst dann lässt sich über Erhalt, Sanierung oder Ersatz entscheiden.

Option

Fläche als Wert

Erst wenn ein gleichwertiger Ersatz vorhanden ist, kann das Hans-Michel-Areal als mögliche Entwicklungs- oder Verkaufsfläche in die Rechnung aufgenommen werden.

Bedarf erfassen→ Hallenlösung vergleichen→ Standort festlegen→ HMH-Fläche erst dann bewerten
Historische Kostengröße: Für 2020 lag eine Sanierungsschätzung der Hans-Michel-Halle von rund 6,83 Mio. € vor. Dieser Wert ist kein aktueller Kostenansatz und muss für heutige Entscheidungen fortgeschrieben bzw. neu ermittelt werden.

Altlasten: Gebäudebereiche, Restdeponie und Grundwasser getrennt bewerten

Die historischen und neueren Unterlagen zeigen, dass der BIZ-Standort nicht pauschal als ein einheitlich belasteter Bereich bewertet werden kann. Für die überbauten Bereiche gibt es konkrete Nachweise auf eine frühere Ausräumung. Davon getrennt bleiben die außerhalb der Gebäude liegenden Ablagerungen, der Deponiehügel und die Grundwasserbelastung zu beurteilen.

Wichtiger historischer Nachweis für Bauabschnitt I: Das veröffentlichte Gründungsgutachten der Universität Karlsruhe vom Januar 1975 dokumentiert ausdrücklich, dass der Müll im Gebäudebereich entfernt und der Bereich anschließend bis zur Kellersohle mit Kiessand aufgefüllt wurde. Damit ist die Ausräumung im Gebäudebereich von Bauabschnitt I bereits durch eine zeitgenössische technische Primärquelle belegt.
Bauabschnitt I

Entfernung bereits 1975 dokumentiert

Das Gründungsgutachten beschreibt die Entfernung des Deponiematerials im Gebäudebereich und den Ersatz durch Kiessand. Auch für die Pfahlgründung wird festgehalten, dass die Pfähle nach der Entfernung des Mülls dort nicht mehr unmittelbar mit dem Müllmaterial in Kontakt standen.

Bauabschnitt II

Schreiben des Landratsamts von 1980

Das Schreiben von 1980 wurde eingesehen. Darin wird für den späteren Gymnasialbereich festgehalten, dass die Altlasten vor Errichtung des Gebäudes vollständig entfernt wurden. Das Original ist auf der öffentlichen Dokumentenseite bislang jedoch nicht verlinkt.

Restflächen

Deponiehügel und nicht überbaute Bereiche

Aus den Nachweisen zur Ausräumung der Gebäudebereiche folgt nicht, dass das gesamte BIZ-Areal frei von Altlasten ist. Für Deponiehügel und weitere Restflächen bleiben genaue räumliche Abgrenzung, Volumen, Schadstoffverteilung und langfristig geeignete Maßnahmen zu klären.

Auch das Gründungsgutachten von 1975 macht diese Trennung deutlich: Trotz der Entfernung des Mülls im Gebäudebereich konnte damals ein Zustrom belasteten Wassers aus den außerhalb der Gebäude verbliebenen Deponiebereichen unter die Gebäude nicht ausgeschlossen werden. Die heutige Grundwasserfrage ist deshalb getrennt von der historischen Ausräumung unter den Gebäuden zu bewerten.
Aktueller fachlicher Ausgangspunkt: Arcadis beschreibt die Altablagerung als erhebliche Beeinträchtigung der Grundwasserqualität. Auf Grundlage ergänzender Untersuchungen wurde bereits 2011 Monitored Natural Attenuation (MNA) als Sanierungsvariante empfohlen und anschließend über Grundwassermonitoring begleitet. Im Schlussbericht 2023 wird vorgeschlagen, die Gefahrenlage weiterhin als derzeit hinnehmbar zu bewerten und das Monitoring fortzusetzen.

Für die verbliebenen Altlasten nicht automatisch „alles raus“ voraussetzen

Für Deponiehügel und Restflächen sollte die langfristig sicherste Lösung ermittelt werden. Eine vollständige Auskofferung ist dabei eine mögliche Variante, aber nicht automatisch die risikoärmste. Ebenso müssen Sicherung und Überwachung sowie eine gezielte Teilräumung fachlich vergleichbar untersucht werden.

1
bestehender Ansatz

Sichern & überwachen

Belastetes Material verbleibt im Untergrund bzw. im Deponiekörper. Entscheidend sind sichere Nutzung, geeignete Sicherungsmaßnahmen und langfristige Überwachung des Grundwassers.

2
Variante

Gezielte Teilräumung

Nur Bereiche entfernen, bei denen eine Räumung wegen hoher Belastung, konkreter Baumaßnahmen oder einer geplanten Flächennutzung fachlich erforderlich und verhältnismäßig ist.

3
Variante

Vollständige Dekontamination

Eine weitgehende oder vollständige Auskofferung wäre nur dann sinnvoll, wenn Nutzen und Langzeitwirkung die zusätzlichen Risiken von Aushub, Zwischenlagerung, Transport und Entsorgung rechtfertigen.

Wichtig für die Abwägung: Eine großflächige Auskofferung bewegt Material, das bislang im Deponiekörper liegt. Deshalb müssen Staub- und Emissionsschutz, möglicher Kontakt mit belastetem Wasser, Zwischenlagerung, Reinigung der Fahrzeuge, Transportwege, Entsorgungsanlagen und das zusätzliche Verkehrsaufkommen bereits in der Variantenentscheidung berücksichtigt werden – nicht erst in der Bauphase.
für eine belastbare Entscheidung

Was bei Restflächen und Deponiehügel noch fehlt

Benötigt werden insbesondere eine genaue räumliche Abgrenzung der verbliebenen Ablagerungen, Volumen und Mächtigkeit des Deponiekörpers, Schadstoffverteilung und mögliche Hotspots sowie ein Vergleich geeigneter Sicherungs- und Sanierungsverfahren einschließlich Entsorgungswegen, Bau- und Transportlogistik und Kosten.

Fördermöglichkeiten

Förderprogramme einbeziehen

Für kommunale Altlasten gibt es in Baden-Württemberg eigene Förderprogramme. Untersuchung, Sanierungsplanung und Sanierungsmaßnahmen können je nach Bearbeitungsstufe unterschiedlich bezuschusst werden. Die tatsächlich erreichbare Förderquote muss für die konkrete Maßnahme schriftlich geklärt werden.

Die historischen Nachweise zur Ausräumung unter Gebäuden und die weiterhin bestehende Altlasten- und Grundwasserproblematik außerhalb dieser Bereiche müssen sauber voneinander getrennt werden.

Kosten: bekannte Zahlen zeigen – offene Positionen offen lassen

Ein seriöser Vergleich braucht denselben Leistungsumfang und denselben Preisstand. Wo aktuelle belastbare Zahlen fehlen, sollte keine Scheingenauigkeit erzeugt werden.

offiziell

Schillerschulvariante

80,0 Mio. €

Bauaufwand

63,97 Mio. € erwartete Förderung
16,03 Mio. € Eigenanteil Schulverband

offiziell

Sportplatz-/BIZ-Variante

105,0 Mio. €

Bauaufwand

77,14 Mio. € erwartete Förderung
27,86 Mio. € Eigenanteil Schulverband

weiterhin offen

BIZ-Sanierungsvariante

Eine aktuelle, fachlich durchgerechnete Sanierung des bestehenden BIZ mit Maßnahmenpaket, Risiken, Förderung und Preisstand liegt öffentlich nicht vergleichbar vor.

105-Mio.-Aufteilung: In der veröffentlichten Grafik werden der Gemeinschaftsschule 35,858 Mio. €, der Carl-Engler-Realschule 20,898 Mio. € und dem Bergstraßen-Gymnasium 39,094 Mio. € zugeordnet. Diese drei Positionen ergeben 95,850 Mio. €. Die Differenz zum Gesamtwert von 105,000 Mio. € beträgt 9,150 Mio. € und wird in der Grafik nicht separat erläutert.

Jährlicher Hemsbacher Schuldendienst

Schillerschulvariante: 374.406 €
Sportplatz-/BIZ-Variante: 650.865 €

Differenz: 276.459 € pro Jahr.

Was in einen echten Variantenvergleich gehört

Baukosten, Förderung, Abriss, Baugrund, Altlastenstrategie, Sportersatz, Grundstückswerte, Interimslösungen sowie Betrieb und Instandhaltung über mehrere Jahrzehnte.

Was vor einer endgültigen Entscheidung mindestens geprüft werden sollte

Die Entscheidung sollte erst fallen, wenn die realistischen Varianten auf einer vergleichbaren Datengrundlage nebeneinanderstehen.

ThemaWas konkret benötigt wirdStatus
SchülerbedarfEinheitliches Raumprogramm für den tatsächlichen Bedarf bei drei Schulformen; Sensitivitäten für Schülerzahlen und Zügigkeit.prüfen
BIZ-BaukörperAktuelle unabhängige Untersuchung von Gründung, Statik, Tragwerk, technischer Substanz und Sanierungsfähigkeit.offen
BIZ-SanierungskostenMaßnahmenbezogene Kostenschätzung mit Risiken, Förderung und aktuellem Preisstand.offen
Verkehr SchillerschuleBelastbare Prognose für Schüler, Eltern, Bus, Rad, Stellplätze, Querungen und umliegende Straßen.offen
Sport / Hans-Michel-HalleAktuelle Hallen- und Sportflächenbedarfsanalyse einschließlich Ersatz- und Interimslösungen.offen
Deponiehügel / AltlastenSicherung/Monitoring, Teilräumung und vollständige Dekontamination mit gleicher Prüftiefe vergleichen – einschließlich Aushub-, Transport-, Entsorgungs- und Langzeitrisiken.offen
Altlasten-FörderungKonkrete Förderfähigkeit und tatsächlich erreichbare Quote für Untersuchung, Planung, Sicherung oder Sanierung schriftlich klären.offen
KommunalfinanzenAuswirkungen auf Verschuldung, Schuldendienst und andere kommunale Investitionen nachvollziehbar darstellen.prüfen
Freiwerdende FlächenVerkehrswert, Baurecht, Abriss-/Erschließungskosten und realistische Nachnutzung erst nach geklärter Ersatzfunktion ansetzen.offen
Noch offene bzw. nicht öffentlich zugängliche Originalunterlagen: Weiterhin fehlen das Öko-Consult / Ökokonsult-Gutachten vom 29.05.2001, das Schreiben des Schulverbands an das Regierungspräsidium vom 24.09.2018 und das Schreiben Bürgermeister Michel → Wasserwirtschaftsamt von 1978 zum Bauabschnitt 1. Für Bauabschnitt I ist die Entfernung des Mülls im Gebäudebereich allerdings bereits im veröffentlichten Gründungsgutachten von 1975 dokumentiert. Das Schreiben des Landratsamts von 1980 zum Bauabschnitt 2 wurde eingesehen, ist öffentlich bislang aber nicht verlinkt. Das Schreiben des Kultusministeriums vom 11.03.2020 war nach Angaben des Schulverbands direkt an das Regierungspräsidium gerichtet.
Erst Bedarf und Möglichkeiten vollständig vergleichen. Dann entscheiden, welche Lösung Hemsbach für die nächsten Jahrzehnte trägt.
Wichtig zum Verständnis: Der Zukunftsplan beschreibt Prüfwege und mögliche Varianten. Er verspricht weder einen Campus noch eine bestimmte Sanierungssumme. Bei einem NEIN soll nach offizieller Darstellung die Schillerschulvariante weiterverfolgt werden.

Versionshinweise

Der Beitrag wird angepasst, wenn neue Unterlagen oder belastbare Informationen hinzukommen. So bleibt nachvollziehbar, was sich geändert hat.

VersionStandÄnderungen
4.613.09.2026Neue Unterlagen und Erkenntnisse eingearbeitet: Schulstraße und heutige Verkehrslage an der Schillerschule; Schülerprognose 7/9 Züge; Gesundheitsamt 2012, Wasserrechtsamt/Arcadis 2019 sowie historische Nachweise 1978/1980 präzisiert.
4.511.09.2026Quellenbereich überarbeitet: öffentliche Quellen direkt mit Originalseiten bzw. PDFs verlinkt; nicht öffentliche oder noch fehlende Dokumente ausdrücklich gekennzeichnet.
4.411.09.2026Altlasten differenziert: Gebäude 1/2, Grundwasser und Deponiehügel getrennt dargestellt; mögliche Sanierung und Flächenrückgewinnung als Prüfpunkt aufgenommen.
4.310.09.2026Header technisch vereinfacht und lesbarer gestaltet.
4.210.09.2026Einführung und Inhaltsverzeichnis neu strukturiert.
4.110.09.2026Kostenblock zur offiziellen 105-Mio.-Variante präzisiert; anteiliger Bauaufwand und nicht aufgeschlüsselter Restbetrag klar getrennt.
4.010.09.2026Dritte Möglichkeit ergänzt: Schillerschule sanieren, Gymnasium und Realschule auf dem BIZ-Sportplatz neu bauen; Beitrag als strukturierter Zukunftsplan mit mehreren Prüfwegen aufgebaut.

Quellen und weiterführende Links

Wo eine Quelle öffentlich verfügbar ist, führt der Link direkt zur Originalseite oder zum Originaldokument. Nicht öffentliche, noch nicht vorliegende oder lediglich eingesehene Unterlagen sind entsprechend gekennzeichnet.

Schulverband Nördliche Badische Bergstraße – Bürgerentscheid 2026

Abstimmungsfrage, offizielle Varianten, Kosten, Förderung, Altlasten-Unterlagen und Folgen von JA bzw. NEIN.

Originalseite öffnen ↗

isoplan Marktforschung – Schülerprognose vom 01.07.2025

Bevölkerungs- und Schülervorausberechnung für den Schulverband NBB.

PDF öffnen ↗

LBBW Immobilien Kommunalentwicklung – Machbarkeitsstudie 2025

Raumprogramm und Machbarkeitsstudie zum Neubau der Verbandsschulen / Standort Schillerschule.

PDF öffnen ↗

Stadt Hemsbach / ikps – Sportentwicklungsplanung 2014

Historische Bestands- und Bedarfsanalyse zu Sporthallen, Hans-Michel-Halle und möglicher Verlagerung von Sportfunktionen.

PDF öffnen ↗

Stadt Hemsbach – A015/2020 Hans-Michel-Halle

Damals veröffentlichte Kostenermittlung zur Sanierung der Hans-Michel-Halle.

Originalseite öffnen ↗

Stadt Hemsbach – Antrag A003/2026

Prüfung von Altlasten, Baukörper, Sanierungsfähigkeit, Kosten und Kommunalaufsicht; Status: zurückgezogen.

Originalseite öffnen ↗

Universität Karlsruhe – Gründungsgutachten, Januar 1975

Zeitgenössisches Gründungsgutachten zu Bauabschnitt I. Dokumentiert die Entfernung des Mülls im Gebäudebereich und die anschließende Auffüllung mit Kiessand; behandelt außerdem Gründung, Müllschichten und Grundwasserfragen.

PDF öffnen ↗

Arcadis – Grundwassermonitoring 2020–2022, Schlussbericht 06.09.2023

Dokumentiert Grundwasserbelastungen, MNA als Sanierungsvariante sowie die Empfehlung, die Altablagerung weiterhin zu überwachen.

Dokumentenbereich des Schulverbands öffnen ↗

Regierungspräsidien Baden-Württemberg – Altlastenförderung

Offizielle Förderinformationen für Untersuchung, Planung und Sanierungsmaßnahmen kommunaler Altlasten.

Förderseite öffnen ↗

Umweltministerium Baden-Württemberg – Altlastensanierung

Informationen zu Dekontamination, Sicherung, kommunalem Altlastenfonds und Flächenrecycling.

Originalseite öffnen ↗

Stadt Hemsbach – Informationsschreiben Schulstraße vom 11.09.2026

Einrichtung einer Schulstraße an der Friedrich-Ebert-Straße; Beschreibung der bisherigen Hol- und Bringsituation.

Dokument liegt vor – derzeit kein öffentlicher Link eingetragen

Historische Schreiben 1978 / 1980

Das Schreiben Bürgermeister Michel → Wasserwirtschaftsamt von 1978 zum Bauabschnitt 1 ist weiterhin als Original offen. Das Schreiben Landratsamt → Schulverband von 1980 zum Bauabschnitt 2 wurde eingesehen und bestätigt für den späteren Gymnasialbereich die vollständige Entfernung der Altlasten vor dem Bau; öffentlich ist es bislang nicht verlinkt.

1978: Original offen · 1980: eingesehen, öffentlich nicht verlinkt

Öko-Consult / Ökokonsult – Gutachten vom 29.05.2001

Historische Originalunterlage zur Altlastensituation; die gesuchte Originalfassung liegt noch nicht vollständig vor.

Original weiterhin offen
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